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Tageslosung und Lehrtext vom 19. Mai 2012

So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.

Dass einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!

Kirchenkreis Spandau

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Wer weidet mich auf einer grünen Aue?

Das Hirtenbarometer
Das Hirtenbarometer
Hirten waren in der Umwelt der Bibel raue Kerle! Jeden Tag zogen sie mit ihren Herden umher, stets darauf bedacht, ihre Schafe und sich selbst vor wilden Tieren, Räubern und der Gewalt der Natur zu beschützen. Dazu trugen sie einen Knüppel und einen Stab ("Stecken und Stab" übersetzte Luther Psalm 23,4) bei sich: zum Treiben der Tiere, zur Stütze und zur Selbstverteidigung.

Schaf- und Viehhirten sieht man heutzutage weithin recht selten. Das Bild des Hirten hat sich gewandelt und vor allem hat es sich als Metapher für die (geistliche) Leitung von Gemeinden festgesetzt. Die Pfarrerin und der Pfarrer sind die Hirten ihrer Gemeinden. Die wilden Tiere und die Räuber sind auch nicht mehr das, was sie waren, und die Schafe - die Gemeinden - stellen hohe Ansprüche an ihre Hirten, die sie auf grünen Auen weiden und zum frischen Wasser führen sollen. Was aber, wenn die Aue nicht grün genug und das Wasser abgestanden ist?

 

Vier Studenten aus Karlsruhe haben in Zeiten des Internets eine virtuelle Kritikplattform für Hirtinnen und Hirten geschaffen, die unter www.hirtenbarometer.de erreichbar ist. Dort können Gemeindeglieder verschiedener Konfessionen die Arbeit ihrer Pfarrerinnen und Pfarrrer nach mehreren Kriterien auf einer 6-Punkte-Skala bewerten und kommentieren. Wer dabei unwillkürlich an die schlechten Erfahrungen denkt, die mit anderen (vermeintlich anonymen) "Kritik"-Plattformen gemacht wurden, sei an dieser Stelle für die gesunde Grund-Skepsis gelobt. Die Betreiber der Seite geben sich nach eigener Aussage jedoch alle Mühe, die Kritik so konstruktiv und so wenig beleidigend wie möglich zu halten und allzu heftige Beiträge zu löschen - was bereits mehrmals vorgekommen ist. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat zwar Zweifel an der Seite, aber sieht sie doch als einen zeitgemäßen Beitrag an (Quelle SPON). Stärkere Kritik wird seitens der katholischen Kirche daran geäußert.

Noch sind längst nicht für alle Pfarrerinnen und Pfarrer Bewertungen abgegeben worden ... aber auch das wird bestimmt nicht lange auf sich warten lassen.

Trotzdem möchte ich noch ausdrücklich darauf hinweisen, dass Pfarrerinnen und Pfarrer sich meist bestimmt eher über eine persönliche Rückmeldung zu ihrer Arbeit freuen als darüber, eines Tages im Internet anonyme Meinungsbekundungen über sich zu entdecken. Kritik ist wichtig - aber dazu gehört auch der Mut, die Kritik gegenüber der betroffenen Person zu äußern. Wie immer gilt also für so ein Portal: Niemand schreibe, was er oder sie der betroffenen Person nicht auch ins Gesicht sagen würde!

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